Tuesday, January 31, 2006

Kinderarbeit
Es gibt viele Beispiele von Kinderarbeit. Wir haben einige Beispiele auf der Seite
http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/ und auf www.unicef.de gefunden


Ein Leben im Müll

Schon mit den ersten Sonnenstrahlen beginnen bis zu 50.000 Kinder in ganz Brasilien mit ihrer täglichen Arbeit auf den riesigen Müllkippen: Sie durchwühlen den Müll nach brauchbaren Gegenständen. Papier, Aluminium, Flaschen und Plastik können sie an Recyclingunternehmen verkaufen, doch auch nach Essensresten und Spielzeug halten sie Ausschau. Nach einem langen Arbeitstag, der bis in die Nacht dauern kann, haben sie meist weniger als einen Dollar verdient.Die Bedingungen sind dabei unvorstellbar. Lodernde Feuer setzen giftige Dämpfe frei, die zu Entzündungen der Atemwege und der Augen führen. Durch das Graben im Müll zerschneiden sie sich die Hände an Glasscherben und spitzen Gegenständen - Krankheiten wie Tetanus (Blutvergiftung) werden dadurch um so schneller übertragen. Besondere Gefahr geht von den Müllwägen aus, die des öfteren Kinder erfassen und töten und den instabilen, leicht zusammenbrechenden Müllbergen. Unter der Konkurrenz zwischen den Müllsammlern leiden besonders die Kinder. Schon wenn die Müllwägen ankommen, laufen viele auf sie zu und klammern sich daran fest, um später die besten Plätze zu bekommen. Wenn sie einmal einen wertvolleren Gegenstand finden, wird er ihnen meist von Älteren weggenommen, und auch ihre Tageseinnahmen können sie oft nicht gegen bewaffnete Banden verteidigen.Schon Kindern im Grundschulalter bleibt keine Zeit mehr, den Unterricht zu besuchen. Einige berichten aber auch, dass sie sich nicht mehr trauen zur Schule zu gehen, da sie wegen ihrer dreckigen Kleider und Schuhe nur gedemütigt und ausgelacht werden. Meist leben sie mit ihren Familien am Rande der Kippen in aus Abfall erbauten Hütten. Da fast immer die gesamte Familie in das Müllsammeln einbezogen ist, kann die Situation dieser Kinder nur gelöst werden, wenn ihre Eltern Arbeitsplätze bekommen, bei denen sie ausreichend verdienen.An sich ist ihre Tätigkeit in einem Land wie Brasilien, Südamerika, in dem fast 90 Prozent der gesamten Müllmenge einfach abgeladen und fast nichts recycelt wird, durchaus sinnvoll. So gibt es bereits Projekte, die Erwachsene, die bis dahin als Müllsammler gearbeitet haben, in Recyclingbetrieben einstellen, wo sie unter hygienischeren Bedingungen und zu angemessenen Löhnen den Abfall trennen.


Kinderarbeit im Bergbau

Obwohl nur etwa ein Prozent aller Kinder weltweit im Bergbau beschäftigt sind, ist die Anzahl an Verletzungen und Krankheiten extrem hoch.Kinder schuften dabei in sehr verschiedenen Bereichen: in Goldminen können sie bereits im Alter von sechs Jahren kleine Bruchstücke des Goldes suchen und reinigen, mit zehn Jahren müssen sie größere Gesteinsbrocken schleppen und zerschlagen und nur zwei Jahre später arbeiten sie in den Minen selber und helfen dabei, Explosionen vorzubereiten. Besonders anstrengend und gefährlich ist dabei das Graben in den engen Tunneln.Die Kinder schuften ohne jeglichen Einsatz von Maschinen, die Luft ist stickig, so dass sie kaum atmen können, und der Flüssigkeitsverlust ist in der Hitze enorm. Es kommt zu Verletzungen an den spitzen Werkzeugen und, da die meisten barfuss sind, reißen sie sich immer wieder ihre Füße an den Steinen auf und riskieren von Schlangen oder Skorpionen gebissen zu werden. Doch es kann sogar zu Todesfällen kommen, wenn die Minderjährigen bei Sprengungen unter den einstürzenden Stollen begraben werden.Bei der Weiterverarbeitung wird Quecksilber frei, dennoch arbeiten die meisten ohne Schutzkleidung, weil sie sonst das geforderte Arbeitstempo nicht mehr aufrechterhalten könnten und von den anderen verspottet werden. Durch den direkten Kontakt mit Quecksilber oder das Einatmen der Dämpfe, kommt es sowohl zur Beeinträchtigung mehrerer Organe als auch zu geistigen Schäden. So wissen sie zwar mehr oder weniger über diese Gefahren Bescheid, doch wie ein 14-jähriger Junge meint: "Wenn man im Bergbau arbeitet, muss man die Risiken hinnehmen." Man geht davon aus, dass die Lebenserwartung eines Kindes, das im Bergbau beschäftigt ist, sich um durchschnittlich 15 Jahre mindert.Hinzu kommt noch, dass viele Betreiber der Minen die Bezahlung der Arbeiter von der Menge des gefundenen Rohstoffes abhängig macht. Gerade bei Gold kann dies sehr stark variieren, und es kommt auch vor, dass wochenlang nichts gefunden wird.

Dienstmädchen in reichen Familien

"Ich arbeite in einem Haus mit fünf Familienmitgliedern. Ich bin das einzige Dienstmädchen. Ich bin den ganzen Tag damit beschäftigt Wäsche zu waschen, zu putzen und Essen zu kochen. Die Kinder der Familie gehen zur Schule, aber ich habe keine Zeit dazu. Sie schauen auch Fernsehen, aber ich darf nicht. Ich darf auch nicht mit den Kindern spielen. Ich muss immer arbeiten. Ich schlafe auf dem Fußboden im Esszimmer. Ich durfte nie nach Hause fahren, seit ich hier bin. Meine Eltern haben mich zweimal besucht, und haben ein bisschen Geld von der Familie abgeholt, aber ich weiß nicht wie viel."- ein zehnjähriges Mädchen, das in Sri Lanka als Hausmädchen arbeitet -

Kinderarbeit in Zahlen

Weltweit arbeiten schätzungsweise 250 Millionen Kinder zwischen 5 und 14 Jahren unter Bedingungen, die ihrer Entwicklung und Gesundheit schaden. Rund 120 Millionen dieser Kinder arbeiten ganztags.Kinderarbeit gibt es in allen Ländern der Erde. Die regionale Verteilung ist jedoch unterschiedlich:
In Asien arbeiten ca. 153 Millionen Kinder.
In Afrika arbeiten ca. 80 Millionen Kinder, d.h. jedes dritte Kind.
In Lateinamerika arbeiten ca. 17,5 Millionen Kinder, d.h. jedes fünfte Kind.
Auch in den USA und Europa arbeiten viele Kinder.
In Deutschland arbeiten nach Angaben des Deutschen Kinderschutzbundes rund 400.000 Kinder.



von Steffen Probst und Florian Deisenhofer

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