Tuesday, February 14, 2006


»Keine weitere Rekrutierung von Kindersoldaten«
Interview mit Banya Kung Aung, ehemaliger Kindersoldat und Kinderrechtsaktivist
Seit Anfang 2004 unterstützt terre des hommes Deutschland ein Programm zur Beendigung der Rekrutierung von Kindern als Soldaten in Myanmar (Burma). Das Programm soll die zahlreichen ethnischen Minderheiten überzeugen, dass sie keine Kinder mehr für ihren Kampf gegen die burmesische Zentralregierung mehr rekrutieren und in den Kampf schicken. Weiterhin hat aber die Armee der burmesischen Militärjunta weltweit die größte Anzahl von Kindern zwangsrekrutiert: Human Rights Watch schätzt, dass etwa 70.000 Jungen unter 18 Jahren in den burmesischen Streikräften dienen müssen.Projektpartner von terre des hommes ist das »Human Rights Education Institute in Burma (HREIB)«. Der HREIB- Koordinator für Kinderrechte und Kindersoldaten ist verantwortlich für die Umsetzung der Programme und Aktivitäten.Das Interview wurde von Tomoko Yamamura, dem Researcher des Asian Regional Resource Center for Human Rights Education (ARRC) für den Newsletter der Coalition to Stop the Use of Child Soldiers am 6. August 2004 geführt.


Im Jahre 2002, veröffentlichte Human Rights Watch Schätzungen, dass zwischen 35 und 45 Prozent der neuen Rekruten in den nationalen Streitkräften Myanmars Kinder sind, das wären mehr als 70.000 der auf 350.000 Soldaten geschätzten Armee. Es wurde auch festgestellt, dass fast alle der bewaffneten Oppositionsgruppen in Myanmar ebenfalls Kindersoldaten rekrutiert und eingesetzt haben. Es ist dies die größte Zahl von Kindersoldaten weltweit, die zudem noch vom Militärregime in Myanmar geleugnet wird. Die Arbeit zur Beendigung des Einsatzes von Kindersoldaten verbleibt damit eine schreckliche Herausforderung für die Menschenrechtsorganisationen, sie können nur außerhalb Myanmars aktiv sein.
ARRC: Wie sind Sie mit der Advocacy- Arbeit gegen den Einsatz von Kindersoldaten in Burma in Kontakt gekommen?
Banya Kung Aung (BKA): Ich wurde als Kindersoldat im Karenni- Staat in den bewaffneten Konflikt hineingezogen. Es ist meine persönliche Erfahrung und habe es auch bei den anderen Kindern im Lager beobachten können, dass die Kindersoldaten keine Hoffnung auf ein besseres Leben haben, selbst wenn sie aus der Armee ausscheiden. Kindersoldaten werden oft von ihren Gemeinschaften nicht mehr akzeptiert, sie werden als «trouble-makers” angesehen. Die Kinder nehmen schlechte Lebensgewohnheiten an. Ich bin der festen Überzeugung, dass für diese Kinder etwas getan werden muss, damit sie ein besseres Leben führen können.
ARRC: Was sind ihre Aufgaben als Koordinator des HREIB Kinderrechtsprogramms?
BKA: Ich bin zuständig für die Advocacy Arbeit und führe den Dialog mit den Nichtstaatlichen Akteuren (NSAs, Non State Actors, internationaler Sammelbegriff für alle nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen) die Kindersoldaten einsetzen. Ich dränge sie, den Einsatz und die Rekrutierung von Kindersoldaten zu beenden. Ich stelle den NSAs die Arbeit von HREIB und die internationale, weltweite Advocacy Arbeit zur Beendigung des Kindersoldatentums vor und vermittle ihnen, wie die Situation der Kindersoldaten in anderen Ländern ist. Ich arbeite eng mit der Coalition to Stop the Use of Child Soldiers zusammen, außerdem vertrete ich HREIB im Steering Committee der Southeast Asia Coalition to Stop the Use of Child Soldiers.
Zusätzlich organisiere ich Kinderrechtsworkshops in den örtlichen Gemeinden und führe sie auch durch. Sie sollen das Bewußtsein über die Kinderrechtskonvention und das Zusatzprotokoll über die Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten stärken.
ARRC: Welche Schwierigkeiten haben Sie bei Ihrer Arbeit zu bewältigen?
BKA: Zu den wesentlichsten Problemen zählt gehört, dass es verschiedene NSA in Burma gibt. Es gibt an zahlreichen Abschnitten der Grenze unterschiedliche NSAs, so sind Reisen und Besuche auf Grund der Entfernungen ein Problem. Zusätzlich ergeben sich damit auch Risiken für meine persönliche Sicherheit, ich muss verschiedene Länder in der Region bereisen und mit verschiedenen Personen und Solidaritätsgruppen Treffen durchführen, dies ist nicht ungefährlich.
Allerdings, die größte Herausforderung ist der Umgang mit den unterschiedlichen politisch/militärischen Strategien der NSA. Dabei bereiten die sogenannten »Waffenstillstandsgruppen« die größten Schwierigkeiten, weil sie in gewisser Weise zu einer Übereinkunft mit dem State Peace and Development Council (SPDC, Militärregierung von Myanmar) gekommen sind. Besuche bei diesen Gruppen können daher nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen erfolgen, außerdem sind sie nicht offen für Diskussionen über die Rekrutierung und den Einsatz von Kindersoldaten. Mit ihnen ist daher ein Dialog besonders schwierig. Ein weiteres zentrales Problem sind die Widersprüche innerhalb der NSAs. Selbst wenn die Gruppen offiziell erklärt haben, dass sie keine Kinder mehr rekrutieren oder einsetzen wollen, gibt es keine Garantien dafür, dass sie diese Zusagen auch einhalten oder die Umsetzung durchführen.
Ein weiteres großes Problem ist die Tatsache, dass es bisher keine Maßnahmen gibt, auf die Bedürfnisse der ehemaligen Kindersoldaten einzugehen. Wenn die bewaffneten Gruppen auf den Einsatz von Kindersoldaten verzichten würden, müssten diese Kinder in ihre Familien und Gemeinschaften reintegriert werden. Derzeit gibt es keine Organisation, die sich speziell der übergelaufenen oder entlassenen Kindersoldaten annimmt.
ARRC: Wie versuchen Sie, diese Schwierigkeiten zu überwinden?
BKA: Zwei Dinge sind mir besonders wichtig, um die Probleme zu bewältigen. Erstens muss man sehr viel Geduld und Hartnäckigkeit aufbringen, denn die Verhandlungen mit den NSA wird Zeit brauchen. Um die unsere Ziele zu erreichen wird ein ausführlicher Dialog mit ihnen notwendig sein. Außerdem glaube ich, dass es notwendig ist, auszuharren und sich seiner eigenen Überzeugungen immer wieder zu versichern. Zweitens ist die Rolle der Medien, Radio, Zeitungen und Fernsehen für die Anwaltschaftsarbeit von entscheidender Bedeutung, so lassen sich die bewaffneten Gruppen beeinflussen, den Einsatz von Kindersoldaten zu stoppen. Weil es nicht möglich ist, die Gruppen innerhalb Burmas zu Besuchen sind weiterhin Verhandlungen mit ihren in Thailand lebenden Repräsentanten ein guter Weg zu Ergebnissen.
ARRC: Wie gehen sie bei Ihrer Arbeit mit den NSAs und der SPDC vor?
BKA: Es macht wenig Sinn, die NSA öffentlich anzuklagen und zu verkünden, dass ihr Einsatz von Kindersoldaten falsch ist. Ein besserer Weg ist, ihnen zu vermitteln, wie die internationale Öffentlichkeit den Einsatz von Kindersoldaten beurteilt. Einige NSAs haben noch nicht einmal ein Bewußtsein über die Kinderrechte. Ich finde es effektiver, über die Kinderrechte zu informieren und dabei auch die Gründe zu erläutern, warum die Rekrutierung und der Einsatz von Kindersoldaten eine Verletzung dieser Kinderrechte ist und deshalb beendet werden sollte. Die Kinderrechte gehen jeden etwas an, deshalb ist dies ein guter Startpunkt bei dem Dialog mit den NSA.
Was die Militärregierung, die SPDC, angeht, dabei ist der fortgesetzte, gemeinsame Druck der Menschenrechtsorganisationen notwendig. Die Arbeit von regionalen und internationalen Gruppen zur Lobbyarbeit über den Kindersoldateneinsatz durch die SPDC bei den Vereinten Nationen sollte weiter verstärkt werden. Dazu gehört auch, die SPDC über die Medien unter Druck zu setzen.
ARRC: Wie sehen Ihre Idealvorstellungen über DDR-Programme aus (Disarmament, Demobilization, and Reintegration)?
BKA: Für die Kinder ist wichtig, dass sie Schulausbildung und die notwendigen Fähigkeiten bekommen, um so ein neues Leben beginnen zu können. Außerdem brauchen die Kinder Unterstützung bei der Reintegration in ihre Familien und Gemeinschaften. DDR ist ausserdem entscheidend, um Re-Rekrutierungen zu verhindern.
ARRC: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse benötigen Sie, um Ihre Arbeit zu verbessern?
BKA: Ich hätte gern mehr Kenntnisse über die internationalen Mechanismen und Erfahrungen aus anderen Ländern über die KindersoldatenprobIematik. Auch würde ich gern die afrikanischen Regionen besuchen, in denen es Kindersoldaten gibt und mehr über ihre Erfahrungen und guten Beispiele im Bereich DDR erfahren. Das Gleiche gilt für die Erfahrungen in Sri Lanka. Noch wichtiger sind für mich persönlich Fähigkeiten im Bereich internationale diplomatische Beziehungen.
ARRC: Was motiviert Sie bei Ihrer Arbeit und warum?
BKA: Ich bin besonders motiviert, wenn einige der NSAs zu Gesprächen über Kindersoldaten bereit sind, mit mir Informationen austauschen oder sogar die Initiative ergreifen und über die Entlassung, Rehabilitation und Reintegration von Kindersoldaten verhandeln. Und natürlich inspirieren mich die regionalen und internationalen Aktionen, die ein Ende des Einsatzes von Kindersoldaten weltweit fordern.

Monday, February 13, 2006

STERNSINGER

Jedes Jahr machen sich in der ersten Woche des Jahres über 20.000 Kinder und Jugendliche auf den Weg. Sie ziehen von Haus zu Haus, singen und sagen ihren Spruch auf. So bringen sie die frohe Botschaft der Geburt Jesu zu jedem Haus. Sie kommen mit einem Weihrauchfass, mit Weihrauchkörnern, Kreide und einer Kasse für die Spenden. Wer es möchte, kriegt gleich noch den Segen mit Kreide an die Tür geschrieben.

So sieht der Segensspruch 2006 aus:
20*C+M+B*06
Das bedeutet nicht etwa Caspar + Melchior + Baltasar; sondern
CHRISTUS MANSIONEM BENEDICAT
Das heißt übersetzt:
CHRISTUS SEGNE DIESES HAUS

Außerdem sammeln die Sternsinger Geld für Kindern in armen Ländern.

DIE GESCHICHTE DER STERNSINGERAKTION

Im 19. Jahrhundert wurden die Menschen in Europa aufmerksam auf das Leiden der Kinder in Afrika und China. Die Kinder wurden ausgesetzt oder versklavt. Der französische Bischoff de Forbin-Janson rief die Kinder in den reicheren Ländern zu solidarischer Hilfe auf. Er gründete 1843 unter dem Namen :"WEG DER HEILIGEN KINDHEIT" das Kindermissionswerk. Das Mädchen Auguste von Sartorius hörte von dieser Organisation und warb in Deutschland für den Gedanken, dass Kinder Kindern in der Not helfen. Ab dem Jahr 1912 wurde das Kindermissionswerk von allen deutschen Diozösen unterstützt. Das Kindermissionswerk organisierte die erste Sternsingeraktion im Jahr 1959. Es beteiligten sich ca. 100 Pfarreien und sammelten rund 45.000 Euro. Seit 1961 beteiligt sich der Bund der deutschen katholischen Jugend. Aus den kleinen Anfängen wurde die weltgrößte Aktion von Kindern für Kinder. In den mehr als 40 Jahren des Bestehens der Aktion wurden über 28.000 Projekte unterstützt und ca. 312 Millionen Euro gesammelt. Es beteiligten sich in den letzten Jahren ca. 500.000 Kinder und Jugendliche und ca. 100.000 ehren- und hauptberufliche Mitarbeiter(innen) an der Aktion.
DIE STERNSINGERAKTION 2006
Das Geld aus der Sternsingeraktion 2006 ging an Kinder in Peru.
Das Motto dieses Jahres war :
"Los ninos lo pueden logra",
das heißt: Kinder schaffen was.

DIE STERSINGERAKTION 2005

Im Jahr 2005 haben die Sternsinger aus Deutschland einen Rekord von 47,5 Mill € erzielt. Damit wurde 3000 Projekte auf der ganzen Welt - von allen Regionen Südostasien - unterstützt. Die Spendenbereitschaft der Deutschen war in diesem Jahr wahrscheinlich so besonderst groß, wegen den schlimmen Folgen des Tsunami im Dezember 2004.

EINE ÜBERSICHT DER LETZTEN JAHRE
Das Geld aus der Sternsingeraktion 2004 ging an Kinder in Ruanda, 2003 gingen die Spenden an die Kinder aus Chile und 2002 wurden Kinder in China unterstützt.
DIE VERTEILUNG DER SPENDEN

Das meiste von den Spenden 46,7 % wird für die Bildung verwendet. 19,63 % wird für die Rehabilitation von z.B Behinderten verwendet. Für die Evangelisierung wird 11,94% des Geldes verwendet, hier werden z.B Räume für Gottesdienste und Jugendarbeiten errichtet. Für Medikament, Krankenstationen und alles was man für das Gesundheitssystem braucht werden 9,23% des Geldes verwendet. Da nicht alle Familien für ihren Unterhalt aufkommen können werden 5,9 % der Sternsinger Spenden für die Ernährung her genommen. Mit 3,31% der Spenden werden die Wasserversorgung ausgebaut. Der Kleinste teil, nämlich 0,9 % wird für Nothilfen wie Flüchtlinge, Kriegwaisen und Epidemien verwendet.

WÜRDIGUNG DER STERSINGER

2006 wurden aus dem Bistum Regensburg 6 Sternsingergruppen eingeladen um mit Papst Benedikt XVI eine Messe zu feiern.
2004 wurde die Sternsinger mit dem westfälischen Friedenspreis ausgezeichnet.
QUELLEN
www.sternsinger.org/100000/11000/11000
de.wikipedia.org/wiki/sternsinger
www.br-net.de
Religion vernetzt 6
Manuela Langer , Nicola Magg, Svenja Zoz und Tamara Rixen

Tuesday, February 07, 2006


  1. Kinder im Krieg
    Die Zahl der Kindersoldaten wird weltweit auf 300.000 geschätzt. Minderjährige werden sowohl von regulären Armeen wie auch von Rebellengruppen rekrutiert. In den meisten Fällen handelt es sich um Zwangsrekrutierungen.
    Viele Kinder wachsen in Kriegs- und Krisengebieten auf. Ihr Lebensalltag wird durch Krieg, Gewalt und Zerstörung geprägt. Die Kriegsziele werden von Erwachsenen bestimmt. Kindersoldaten unterliegen - wie alle Soldaten - dem Gesetz von Befehl und Gehorsam. Für die betroffenen Kinder heißt das: Sie müssen gehorchen, ohne den Sinn in Frage zu stellen.
    Es gibt nur wenige Kindersoldaten, die aus religiöser oder politischer Überzeugung mitkämpfen. Die große Masse hat andere Motive: Angst vor Übergriffen des Gegners; Angst vor Strafen und Misshandlungen durch eine Kriegspartei. Ein weiteres Motiv ist die Hoffnung auf Schutz, Sicherheit und Versorgung. Nicht selten spielt dabei eine Rolle, dass man mit Waffengewalt rauben und plündern kann. Kinder melden sich auch freiwillig, weil sie sich für die Ermordung der Eltern oder von Familienangehörigen rächen wollen.
    Für die meisten Kriege gilt: Je länger ein Krieg dauert, desto mehr Kinder werden rekrutiert. Je mehr Kinder rekrutiert werden, um so jünger werden die Opfer dieser Praxis. Nicht selten kommt es zum »Wettlauf« der Kriegsparteien bei der (Zwangs-) Rekrutierung von Kindern. Die Rekrutierung von Kindersoldaten dient in manchen Konflikt- und Kriegsregionen auch als Instrument zur Unterdrückung von oppositionellen Gruppen und Ethnien. In diesem Fall werden Kinder von Oppositionellen oder ethnischen Minderheiten vom Militär rekrutiert. Anschließend werden sie in entfernte Landesteile gebracht, ohne dass die Eltern vom Verbleib ihrer Kinder Kenntnis erhalten. Die Entwicklung von leichten Kleinwaffen ermöglicht es den Kriegsparteien, bereits junge Kinder in bewaffnete Auseinandersetzungen zu schicken.
    Nach: http://www.tdh.de/content/themen/weitere/kindersoldaten/
    nach:http://www.drk.de/jrk/kindersoldaten/wanderausstellung/kindersoldaten/bild2.jpg
  2. Fabrizio, 19 Jahre kommt ursprünglich dem Departamento ( Bezirk) Cesar and der Karibikküste. Die Gegend in der Nähe der Sierra Nevada von St Marta, einem Andenausläufer und Küstengebirge, dass sich bis auf 5.000 m erhebt, ist stark umkämpft. Die Guerillas sitzen in den Bergen, die Paramilitärs in den Niederungen und Städten, Armee und Polizei sind nur schwach vertreten. Paramilitärs und Guerilla kämpfen um die Herrschaft über die ganze Region. Gründe sind: die strategische Lage in der Nähe der venezolanischen Grenze, und die Möglichkeiten des Cocaanbaus in der Zone. Deshalb gibt es auch Verbindungen zum organisierten Rauschgifthandel, dem Narcotrafico.
    Für die Bevölkerung in dieser Gegend bedeuten diese Auseinandersetzungen: Selektive Morde, Verschwindenlassen von Personen, gewaltsame Rekrutierungen von Jugendlichen durch die bewaffneten Gruppen. (Es gilt die Faustregel: Kinder reicher Leute werden entführt, um Lösegeld zu erpressen, Kinder armer Leute werden zwangsrekrutiert für den Krieg). Die Familie von Fabian besteht aus der Mutter und vier Söhnen. Die Paramilitärs waren ständig auf der Suche nach neuen Rekruten. Deswegen gab es für Fabian und seine Brüder keine andere Möglichkeit, als erst in die Hauptstadt Cesars, Valledupar zu fliehen. Danach wurde die Lage auch dort zu unsicher und man ist nach Bogota gegangen. Hier leben er, seine Mutter und zwei seiner Brüder seit vier Jahren, erst in Soacha bei ebenfalls vertriebenen Freunden, jetzt im Barrio Kennedy. Die erste Zeit war sehr schwierig, man lebte in beengten Verhältnissen in einer Wohnung mit mehreren Familien zusammen, ganz anders als im warmen Klima der Küste. Die Mutter wusste vom Red de Solidaridad, sie haben aber keine Unterstützung bekommen, obwohl sie alle Bescheinigungen zusammen hatten. Dann kam sie in Kontakt mit Taller de Vida .
    nach:http://www.tdh.de/content/themen/weitere/kindersoldaten/projekte/vertreibung.htm

Monday, February 06, 2006

Daten und Fakten zum Thema Kindersoldaten

Weder die Zivilbevölkerung als solche noch einzelne Zivilpersonen dürfen das Ziel von Angriffen sein.(Art.51, Abs.2 des Zusatzprotokolls I zu den Genfer Rot-Kreuz-Protokollen)Kinder werden besonders geschont.(Art.77, Abs.1 des Zusatzprotokolls I zu den Genfer Rot-Kreuz-Protokollen)
Kindersoldaten allgemein
Weltweit sind internationalen Schätzungen zufolge circa 300.000 Kindersoldaten im Einsatz. Sie sind meist in offiziellen Armeen oder Rebellenverbänden zwangsrekrutiert und werden zum Kämpfen gezwungen. Kindersoldaten sind in vielen bewaffneten Kriegsparteien fester Bestandteil der militärischen Infrastruktur.
Die Rekrutierung von Kindern und ihr Kriegseinsatz ist Kindesmissbrauch! Dagegen wendet sich die »Internationale Coalition to Stop the Use of Child Soldiers«, in der terre des hommes seit Jahren aktiv mitarbeitet. Die »Coalition« hat inzwischen ein internationales Netzwerk aufgebaut.
Ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen die Rekrutierung von Kindern das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention, in dem sich die Unterzeichnerstaaten verpflichten, keine Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren zu rekrutieren. Ebenso wichtig ist der neue Internationale Strafgerichtshof in Den Haag, denn wer Kinder unter 15 Jahre rekrutiert, kann zukünftig nach dem Statut des Gerichtshofes als Kriegsverbrecher verurteilt werden.
Daten und Fakten
Etwa 300.000 Kinder werden weltweit als Kindersoldaten eingesetzt. Sie werden zum Kämpfen gezwungen oder sind zumindest Teil der militärischen Infrastruktur.
Hier einige Beispiele aus terre des hommes-Projektländern:
Kolumbien: ca. 14.000 Kindersoldaten in bewaffneten Oppositionsgruppen (FARC, ELN, andere) und paramilitärischen Verbänden
Burma: ca. 50.000 Kindersoldaten in der Regierungsarmee und bewaffneten Oppositionsgruppen
Angola: ca. 7.000 Kindersoldaten (seit einiger Zeit Nachkriegssituation)
Indien: Zahl der Kindersoldaten ist unbekannt, Einsatz in Regierungsarmee und zahlreiche Oppositionsgruppen
Afghanistan: die Zahl der Kindersoldaten ist unbekannt, aber ihr Einsatz gilt als wahrscheinlich
Philippinen: unbekannt, Einsatz bei Paramilitärs und bewaffneten Oppositionsgruppen
Indonesien: unbekannt, Einsatz als Informanten für Regierungstruppen und in bewaffneten Oppositionsgruppen
(Ausführliche Informationen und Länderstudien enthält auch der »Globale Report« der »International Coalition to Stop the Use of Child Soldiers«).





Ursachen und Hintergründe der Zwangsrekrutierung
Viele Kinder wachsen in Kriegs- und Krisengebieten auf. Ihr Lebensalltag wird durch Krieg, Gewalt und Zerstörung geprägt. Die Kriegsziele werden von Erwachsenen bestimmt. Kindersoldaten unterliegen - wie alle Soldaten - dem Gesetz von Befehl und Gehorsam. Für die betroffenen Kinder heißt das: Sie müssen gehorchen, ohne den Sinn in Frage zu stellen.
Es gibt nur wenige Kindersoldaten, die aus religiöser oder politischer Überzeugung mitkämpfen. Die große Masse hat andere Motive: Angst vor Übergriffen des Gegners; Angst vor Strafen und Misshandlungen durch eine Kriegspartei. Ein weiteres Motiv ist die Hoffnung auf Schutz, Sicherheit und Versorgung. Nicht selten spielt dabei eine Rolle, dass man mit Waffengewalt rauben und plündern kann. Kinder melden sich auch freiwillig, weil sie sich für die Ermordung der Eltern oder von Familienangehörigen rächen wollen.
Für die meisten Kriege gilt: Je länger ein Krieg dauert, desto mehr Kinder werden rekrutiert. Je mehr Kinder rekrutiert werden, um so jünger werden die Opfer dieser Praxis. Nicht selten kommt es zum »Wettlauf« der Kriegsparteien bei der (Zwangs-) Rekrutierung von Kindern. Die Rekrutierung von Kindersoldaten dient in manchen Konflikt- und Kriegsregionen auch als Instrument zur Unterdrückung von oppositionellen Gruppen und Ethnien. In diesem Fall werden Kinder von Oppositionellen oder ethnischen Minderheiten vom Militär rekrutiert. Anschließend werden sie in entfernte Landesteile gebracht, ohne dass die Eltern vom Verbleib ihrer Kinder Kenntnis erhalten. Die Entwicklung von leichten Kleinwaffen ermöglicht es den Kriegsparteien, bereits junge Kinder in bewaffnete Auseinandersetzungen zu schicken.
Die Lebenssituation von Kindersoldaten
Auf die kindlichen Bedürfnisse der Kindersoldaten wird keine Rücksicht genommen. Die Kinder werden oft geschlagen, misshandelt und gezwungen, Grausamkeiten zu begehen. Sie müssen zum Beispiel andere Kinder töten, wenn diese fliehen wollten. Diese Behandlung hat nur ein Ziel: Einschüchterung, Erzwingung absoluten Gehorsams und Abstumpfung gegen Grausamkeit. Das Leben als Soldat ist hart: Sie müssen schwere Lasten (Waffen, Verwundete, Lebensmittel, Hausrat, Zelte) über weite Strecken schleppen. Essen, sauberes Wasser und sonstige Versorgungsgüter (Medikamente) sind knapp. Kinder, die diesen Anforderungen nicht gewachsen sind, werden von ihren Vorgesetzten schikaniert oder getötet.
Mädchen –teilweise auch Jungen- werden durch erwachsenen Soldaten sexuell missbraucht. Daraus resultieren Risiken für die betroffenen Kinder, wie zum Beispiel die ungewollte Schwangerschaft bei Mädchen. Weitere Gefahren sind Infektionsgefahren wie Geschlechtskrankheiten und HIV/AIDS.
Kinder werden von den Vorgesetzten als »weniger wertvolle« Soldaten angesehen, deshalb werden sie gern an besonders gefährlichen Stellen der Front eingesetzt, zum Beispiel als Spione, Minenleger und Minensucher. Entsprechend hoch ist das Risiko, verletzt oder getötet zu werden.
Kindersoldaten haben meist keine Ausbildung genossen oder eine Schule besucht, können deshalb weder lesen noch schreiben. Sie erlernen so auch nicht die notwendigen Kulturtechniken, um in einer Zivilgesellschaft friedlich miteinander leben zu können.


Ehemalige Kindersoldaten als Flüchtlinge in Deutschland
Das internationale Völkerrecht ist eindeutig: Kindersoldaten sind Opfer schwerster Kriegsverbrechen. Dennoch vertritt das Bundesamt für die Anerkennung politischer Flüchtlinge die Meinung, dass es sich bei ehemaligen Kindersoldaten um Fahnenflüchtige ohne politische Verfolgung handelt. Fluchtgründe wie die Rekrutierung als Minderjähriger oder die Ermordung der Eltern werden nicht als asylrelevant anerkannt. Ehemalige Kindersoldaten haben im deutschen Asylverfahren daher kaum eine Chance.
Das deutsche Asylrecht geht in keiner Weise auf die besondere Situation dieser Flüchtlingsgruppe ein: Da diese Kinder normalerweise stark traumatisiert sind - hinzu kommen Sprachschwierigkeiten -, brauchen sie Hilfe und Unterstützung. Allein sind diese Flüchtlingskinder nicht in der Lage, ein Asylverfahren erfolgreich durchzustehen. terre des hommes fordert, im Asylverfahren die Situation der Kinder besser zu berücksichtigen.
VON:
Florian Nebel
Leon Wöhrl
Thomas Jakob



Kinder und Aids !!!

Rund 4 Millionen Kinder unter 15 Jahren , sind schon an Aids gestorben . 25 Jahre nach der Epidimie , haben sich weltweit mehr als 12 Millionen Menschen unter 25 angesteckt .Darunter 2,2 Millionen Kinder unter 15 . In den Jahren 2001-2004 wuchs die Zahl der Kinder deren Eltern an Aids gestorben sind , von 11,5 Millionen auf 15Millionen .Die meisten dießer weisen (12 Millionen ) leben in Afrika .In vielen Dörfern Afrikas ist die mittlere Generation schon ausgestorben . Die Großmütter kümmern sich um die Weisen . Doch viele sind auf sich allein gestellt . Im Jahre 2004 sind mehr Menschen als je zuvor an Aids gestorben , vorallem in China und Osteuropa breitet sich Aids immer mehr aus .