- Kinder im Krieg
Die Zahl der Kindersoldaten wird weltweit auf 300.000 geschätzt. Minderjährige werden sowohl von regulären Armeen wie auch von Rebellengruppen rekrutiert. In den meisten Fällen handelt es sich um Zwangsrekrutierungen.
Viele Kinder wachsen in Kriegs- und Krisengebieten auf. Ihr Lebensalltag wird durch Krieg, Gewalt und Zerstörung geprägt. Die Kriegsziele werden von Erwachsenen bestimmt. Kindersoldaten unterliegen - wie alle Soldaten - dem Gesetz von Befehl und Gehorsam. Für die betroffenen Kinder heißt das: Sie müssen gehorchen, ohne den Sinn in Frage zu stellen.
Es gibt nur wenige Kindersoldaten, die aus religiöser oder politischer Überzeugung mitkämpfen. Die große Masse hat andere Motive: Angst vor Übergriffen des Gegners; Angst vor Strafen und Misshandlungen durch eine Kriegspartei. Ein weiteres Motiv ist die Hoffnung auf Schutz, Sicherheit und Versorgung. Nicht selten spielt dabei eine Rolle, dass man mit Waffengewalt rauben und plündern kann. Kinder melden sich auch freiwillig, weil sie sich für die Ermordung der Eltern oder von Familienangehörigen rächen wollen.
Für die meisten Kriege gilt: Je länger ein Krieg dauert, desto mehr Kinder werden rekrutiert. Je mehr Kinder rekrutiert werden, um so jünger werden die Opfer dieser Praxis. Nicht selten kommt es zum »Wettlauf« der Kriegsparteien bei der (Zwangs-) Rekrutierung von Kindern. Die Rekrutierung von Kindersoldaten dient in manchen Konflikt- und Kriegsregionen auch als Instrument zur Unterdrückung von oppositionellen Gruppen und Ethnien. In diesem Fall werden Kinder von Oppositionellen oder ethnischen Minderheiten vom Militär rekrutiert. Anschließend werden sie in entfernte Landesteile gebracht, ohne dass die Eltern vom Verbleib ihrer Kinder Kenntnis erhalten. Die Entwicklung von leichten Kleinwaffen ermöglicht es den Kriegsparteien, bereits junge Kinder in bewaffnete Auseinandersetzungen zu schicken.
Nach: http://www.tdh.de/content/themen/weitere/kindersoldaten/
nach:http://www.drk.de/jrk/kindersoldaten/wanderausstellung/kindersoldaten/bild2.jpg - Fabrizio, 19 Jahre kommt ursprünglich dem Departamento ( Bezirk) Cesar and der Karibikküste. Die Gegend in der Nähe der Sierra Nevada von St Marta, einem Andenausläufer und Küstengebirge, dass sich bis auf 5.000 m erhebt, ist stark umkämpft. Die Guerillas sitzen in den Bergen, die Paramilitärs in den Niederungen und Städten, Armee und Polizei sind nur schwach vertreten. Paramilitärs und Guerilla kämpfen um die Herrschaft über die ganze Region. Gründe sind: die strategische Lage in der Nähe der venezolanischen Grenze, und die Möglichkeiten des Cocaanbaus in der Zone. Deshalb gibt es auch Verbindungen zum organisierten Rauschgifthandel, dem Narcotrafico.
Für die Bevölkerung in dieser Gegend bedeuten diese Auseinandersetzungen: Selektive Morde, Verschwindenlassen von Personen, gewaltsame Rekrutierungen von Jugendlichen durch die bewaffneten Gruppen. (Es gilt die Faustregel: Kinder reicher Leute werden entführt, um Lösegeld zu erpressen, Kinder armer Leute werden zwangsrekrutiert für den Krieg). Die Familie von Fabian besteht aus der Mutter und vier Söhnen. Die Paramilitärs waren ständig auf der Suche nach neuen Rekruten. Deswegen gab es für Fabian und seine Brüder keine andere Möglichkeit, als erst in die Hauptstadt Cesars, Valledupar zu fliehen. Danach wurde die Lage auch dort zu unsicher und man ist nach Bogota gegangen. Hier leben er, seine Mutter und zwei seiner Brüder seit vier Jahren, erst in Soacha bei ebenfalls vertriebenen Freunden, jetzt im Barrio Kennedy. Die erste Zeit war sehr schwierig, man lebte in beengten Verhältnissen in einer Wohnung mit mehreren Familien zusammen, ganz anders als im warmen Klima der Küste. Die Mutter wusste vom Red de Solidaridad, sie haben aber keine Unterstützung bekommen, obwohl sie alle Bescheinigungen zusammen hatten. Dann kam sie in Kontakt mit Taller de Vida . nach:http://www.tdh.de/content/themen/weitere/kindersoldaten/projekte/vertreibung.htm
Tuesday, February 07, 2006
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